Die Geschichte

Die Geschichte des SV Ribbesbüttel

... von 1946 bis 1977

Sie beginnt schon kurz nach der Beendigung des 2. Weltkrieges. Einige unserer Sportkameraden spielten in den umliegenden Dörfern Fußball. Der Wille, einen eigenen Verein zu gründen, wurde immer stärker. Viele Mitbürger waren schon aus dem Krieg zurückgekehrt; einige waren noch in Gefangenschaft.

Am 20. September 1946 trafen sich dann 29 sportbegeisterte Einwohner der Gemeinde Ribbesbüttel in der Gaststätte Bock und gründeten den Sportverein Ribbesbüttel. Satzungen wurden aufgestellt und der 1. Vorstand gewählt. Alle Vorstandsmitglieder mussten auf Order der Militärregierung entnazifiziert sein. Der Vorstand setzte sich aus folgenden Sportkameraden zusammen:

1. Vorsitzender: Helmut Siedentopf
2. Vorsitzender: Willi Horn
Schriftführer: Jürgen Meyer
Kassenführer: Siegwald Plagge
Spielwart: Heinrich Bartels
Jugendwart: Walter Wiegmann
Gerätewart: Hermann Wiegmann
Zur Gründungsversammlung waren laut Protokoll anwesend:

Bruno Löbbecke, Werner Wichmann, Karl Wichmann, Ernst Wichmann (51), Ernst Wichmann (52), Richard Meyer, Hermann Hansmann, Hermann Vogel, Fritz Bock, Willi Grobe, Hermann Wehmann, Erich Weber, Elso Penning, Jürgen Meyer, Siegwald Plagge, Walter Wiegmann, Erwin Grobe, Kurt Grobe, Heinrich Bartels, Heinz Plagge sen. , Günter Halm, Hermann Wiegmann sen. , Ewald Plate sen. , Willi Horn, Helmut Siedentopf, Tjado Wessels, Erich Wazian, Werner Mittag, Waldemar Schmidt und die Jugendlichen Edwin Grambau, Heinz Intveen, Heinz Krüger, Heinz Ruter und Heino Schölkmann.

Der Sportkamerad Bruno Löbbecke stellte am Westerholz an der Peiner Landstraße zu einer Pacht von 100 RM Gelände für einen Sportplatz zur Verfügung. In Gemeinschaftsarbeit wurde der Sportplatz im Frühjahr 1947 angelegt und im Herbst 1947 begann auf dem neuen Platz der Spielbetrieb. Zur Platzeinweihung spielten die „Alten Herren“ des SV Ribbesbüttel gegen die Junioren des SV Ribbesbüttel. Das Eröffnungsspiel musste jedoch vorzeitig abgebrochen werden, da dem Ball die Luft ausgegangen und ein Ersatzball nicht zu beschaffen war.

So wie an diesem Tag stand auch das gesamte Spieljahr 1947/48 im Schatten der Ausrüstungsnot, weil seitens des Sportbundes dem neuen Verein keine Bezugsscheine zugeteilt wurden. Trotzdem stiegen laufend die Mitgliederzahlen. Den Erlös einerSammlung unter den Einwohnern (Wurst, Eier, Speck,usw.) konnten wir gegen 2 Bälle und einen Satz Trikots eintauschen, so dass im Frühjahr 1948 dann auch der reguläre Spielbetrieb anlaufen konnte.

In der 1. Punktspielserie startete der SV mit einer Herren- und einer Jugendmannschaft. Die Serie endete mit dem 3. Tabellenplatz in der 3. Kreisklasse.

Durch die extreme Trockenheit 1946/47 wies der Platz starke Mängel auf (Sandwüste). Wiederum war es der Sportkamerad Bruno Löbbecke, der uns ein Gelände nach unserer Wahl zur Verfügung stellte. Die Wahl fiel auf das Gelände zwischen Birkenweg und Westerholz, auf dem sich auch heute noch das gesamte Sportgeschehen abspielt. Auch dieser Platz wurde in Gemeinschaftsarbeit angelegt.

1948: Der 1. Vorstand unter Führung von Helmut Siedentopf tritt zurück. Jürgen Meyer übernimmt den Vorsitz.

Auf unserem Wintervergnügen wurde erstmals das Traditionslied der 1. Herren vorgestellt. Es wurde von Sportkamerad Walter Wiegmann gedichtet und vertont.

Eine Damenriege wird unter der Leitung von Irmgard Lachmund ins Leben gerufen. 18 Mädel beteiligen sich am Turnen, Handball und Freizeitsport.

Die Währungsreform beschert uns für 1079 RM ganze 64 DM.

1949 übernimmt Walter Wiegmann den Vorsitz von Jürgen Meyer.

Der Verein zählt mittlerweile 80 Mitglieder. Die Kasse weist einen stolzen Betrag von 294 DM aus. Die alljährliche Maskerade, welche vom SV durchgeführt wird, ist für unsere Kasse eine willkommene Einnahmequelle.

1950 steht unsere 1. Herrenmannschaft im Mittelfeld der Tabelle. Die ersten Pokale werden von Sportfesten heimgeholt. Die Mitgliederzahl ist auf 53 zurückgegangen. Die Damenriege hat sich aufgelöst. Unsere 1. Herren werden Pokalsieger in Vollbüttel.

1952 findet wieder ein Wechsel im Vorstand statt. Unser langjähriger Schriftführer Siegwald Plagge tritt zurück. Er hat den Verein als Schriftführer von Beginn an gewissenhaft geführt. Sein Amt übernimmt Erwin Grobe.

Im Jahre 1953 hat der Verein 62 Mitglieder und weist einen Kassenbestand von 634 DM auf. Es gibt wieder einen Wechsel im Vorstand. Walter Wiegmann tritt zurück und widmet sich der Jugendarbeit. Ernst Wehmann wird 1. Vorsitzender. Die Kasse wird von Reinhard Schmidt und Hermann Wiegmann übernommen. Kameradschaftsabend und Maskerade mit Theateraufführung waren wieder ein voller Erfolg, auch aus finanzieller Sicht.

Unsere Jugendmannschaft ist gerade toll in Schwung; zweistellige Ergebnisse sind keine Seltenheit.

In der 1. Herren herrscht Spielermangel. Hermann Schlüter, unser begnadeter Fußballer, muss aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Aber heimlich auf Sportfesten hat er die Fußballschuhe doch noch einmal angezogen. Also musste unser Ältester, Jürgen Meyer, wieder ran.

Auf Antrag erhalten wir von der Gemeinde 100 DM.

In den Jahren 1954 – 1957 ereignete sich wenig. So werden vom Verein 7 Paar Fußballstiefel gekauft, die Reparaturen musste jeder selbst bezahlen. Neue Tornetze und neue Stutzen für die Herren wurden angeschafft. Einige Pokale wurden heimgeholt. Die 1. Herren musste in die 3. Kreisklasse absteigen.

Aus Geldmangel konnten keine neuen Trikots angeschafft werden. Der Jahresbeitrag wird auf 2 DM, die Aufnahmegebühr auf 3 DM erhöht.

Der greifbar nahe Wiederaufstieg misslang im letzten Spiel.

Der Sportplatz wurde von Ost – West auf Nord – Süd – Richtung umgelegt (selbstverständlich in Gemeinschaftsarbeit).

2 neue Tornetze wurden angeschafft.

Im Jahre 1959 zählt der Verein 62 Mitglieder, der Kassenbestand beläuft sich auf 523 DM.

Ernst Wehmann tritt als 1. Vorsitzender zurück, er bleibt ohne Nachfolger. Das Amt des 1. Vorsitzenden wird vom Schriftführer Erwin Grobe mit übernommen. Die Kasse übernimmt Friedrich Peiß.

Die Jugend wird unter der Leitung von Manfred Krüger Herbstmeister und im Frühjahr Staffelmeister.

Von der Firma Broders erhalten wir 2 Freifahrten zu Kreismeisterschaftsspielen und vom Sportbund einen Fußball.

Im Kampf um die Bezirksmeisterschaft im Schwarmstedt erringt unsere Jugend den 3. Platz.

1960 wird Erich Weber zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Ein Spielabbruch kostet uns 88 DM. Die 1. Herren landet auf dem 3. Tabellenplatz. Im neuen Spieljahr werden die 1. Herren Herbstmeister mit 19:1 Punkten und 76:7 Toren und zum Saisonende folgt der Aufstieg in die 2. Kreisklasse mit 147:20 Toren.

Im Jahre 1962 tritt der Sportkamerad Erich Weber vom Amt des 1. Vorsitzenden zurück. Der Sportkamerad Ewald Plate übernimmt den Vereinsvorsitz.

Neue Trikots werden angeschafft. Unsere Jugendmannschaft musste zurückgenommen werden, da 7 Sportkameraden die Altersgrenze erreicht hatten.

Da die Beteiligung an den Wintervergnügen stark zurückgegangen war, feierten wir mit den Schützen gemeinsam.

1963 zählt der Verein 69 Mitglieder, in der Kasse befinden sich 980 DM. Die Kasse wird von Johann Rieken übernommen.

Erwin Grobe erhält für 10jährige Geschäftsführung einen Präsentkorb.

Erstes gemeinsames Essen auf der Generalversammlung.

Die 1. Herren belegt den 7. Tabellenplatz. Es wird eine Jugendspielgemeinschaft Ribbesbüttel-Vollbüttel gebildet. Wir werden Pokalsieger in Vollbüttel, Rötgesbüttel und Kästorf.

Um fruchtbare Vorstandsarbeit leisten zu können, wird beschlossen, Vorstandswahlen nur noch alle zwei Jahre durchzuführen. Um den Austritten unserer passiven Mitglieder entgegenzuwirken, wird das Ehrenmitgliedsalter auf 60 Jahre herabgesetzt.

Auf dem Spielfeld lief es nicht besonders gut. Viele Verletzte und Unsportlichkeiten, die Strafen nach sich zogen, dezimierten den Kader, so dass die Mannschaft zurückgezogen werden musste. Das bedeutete den Abstieg in die 3. Kreisklasse. Der Neubeginn erfolgte im Frühjahr mit Pflichtfreundschaftsspielen. Um Unsportlichkeiten besser ahnden zu können, wird ein Ehrengericht gebildet.
Im Jahre 1965 wird eine Tischtennisabteilung unter der Leitung von Botho Panke gegründet. Er erhält 30 DM Starthilfe vom Verein.

Im selben Jahr zahlen wir nur 1 DM an Strafgeldern aufgrund eines fehlenden Passes. Die 1. Mannschaft erhält daraufhin den Fairnesspreis. Von der Gemeinde erhalten wir einen Zuschuss von 250 DM.

1966 besteht der SV Ribbesbüttel 20 Jahre. Anlässlich des Jubiläums werden 7 Sportkameraden für 20jährige Mitgliedschaft und mehr als 5jährige Vorstandstätigkeit mit der silbernen Vereinsnadel ausgezeichnet.

1967 wird Erwin Grobe für 15jährige Schriftführertätigkeit geehrt.

Die Tischtennisabteilung wird dem SV Ribbesbüttel angeschlossen. Die Leitung übernehmen Botho Panke und Wolfgang Krämer.

Eine Altherrenmannschaft wird gemeldet. Im Eröffnungsspiel gegen unsere 1. Herren gewinnt sie mit 6:3 Toren.

Der Verein zählt 1968 schon 68 Mitglieder und weist einen gesunden Kassenbestand von 1.508 DM auf.

Ein großer Aushängekasten wird angeschafft.

2 Schiedsrichter-Anwärter werden gemeldet. Die Spartenleiter gehören dem erweiterten Vorstand an.

Am Ende der Serie steht die 1. Herren auf dem 4. und die Alten Herren auf dem 3. Tabellenplatz.

Nach 16 Jahren Schriftführertätigkeit stellt Erwin Grobe sein Amt zur Verfügung. Als Nachfolger wird Ernst Wehmann jr. gewählt.

1969 gibt es keine Veränderungen im Vorstand. Der Beitrag wird auf 36,- DM jährlich angehoben.

Die 1. Herren steigt wieder in die 2. Kreisklasse auf. Ernst Wehmann tritt als Schriftführer zurück; Wolfgang Krämer übernimmt sein Amt.
Die Altherrenmannschaft muss aus Spielermangel zurückgezogen werden.
Die Tischtennisabteilung läuft zufriedenstellend und hat 30 Mitglieder.

Die Schüler belegen den 2. Platz in der Tabelle.

Ein Wechsel im Vorstand bahnt sich 1970 an. Der Sportkamerad Ewald Plate sen. stellt sein Amt nach 8 Jahren Vorstandstätigkeit zur Verfügung. Ihm wurde von der Versammlung der Dank des Vereins ausgesprochen.
Der Sportkamerad Erwin Grobe wurde einstimmig zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Die Kasse übernimmt Otto Strube. Die Jugendarbeit übernehmen Manfred Krüger, Hermann Meinecke und Ewald Plate jr. . Unter ihrer Leitung wird die Jugendspielmannschaft Ribbesbüttel-Rötgesbüttel aufgebaut. Es spielen 4 Jugendmannschaften.

Der SV wird auf dem Amtsgericht in Gifhorn in das Vereinsregister eingetragen. Er führt nun den Namen „SV Ribbesbüttel von 1946 e.V.“.

Robert Blumenberg, unser Vereinswirt, erhält einen Präsentkorb zum 75. Firmenjubiläum.

Für unsere 1. Herren war mal wieder der Abstieg in die 3. Kreisklasse fällig.

Zum 25jährigen Bestehen des SV Ribbesbüttel führen wir ein Werbejahr durch; jedes neue Mitglied hat freien Eintritt.

Der Sportkamerad Herbert Dettmering übernimmt Betreuung und Training der 1. Herren. Hermann Brandes übernimmt die 2. Herren.

Ein Vereinswappen wird entworfen; Freundschaftswimpel und Trikotwappen werden angeschafft.

Es werden erstmals Weihnachts- und Faschingsfeiern für unsere Kinder durchgeführt.

Der Sportkamerad Botho Panke übernimmt das Amt des Schriftführers von Wolfgang Krämer.

Es gab mal wieder etwas zu feiern. Die 1. Herren schaffte unter der Leitung von Herbert Dettmering den Aufstieg in die 2. Kreisklasse. Die 2. Herren unter Leitung von Hermann Brandes wurde Vizemeister.

Am 12.2.1971 wurde eine Damen-Gymnastikgruppe gegründet. Sie zählt 38 Mitglieder und wird dem SV angegliedert. Als 1. Spartenleiter wurde Sigrid Dettmering gewählt.

Im Jubiläumsjahr zählt der Verein 146 Mitglieder. Die Kasse weist schon einen Bestand von 2.300 DM auf.

In der Zeit vom 14.8. bis 20.8. feierte der SV Ribbesbüttel sein 25jähriges Bestehen, indem eine umfangreiche Sportwoche durchgeführt wurde. Zum Kommers konnten zahlreiche Gäste aus Nah und Fern begrüßt werden.

Zur Belustigung der Zuschauer spielten am Sonntag die Gymnastikdamen gegen die Senioren Fußball. Im Protokoll der Damen ist zu lesen: „…es wurde in Schlafanzügen und kleinen Verkleidungen gespielt. Der Schiri kam im Baby-Doll, per Fahrrad und mit Sonnenschirm aufs Spielfeld…“. Der Beifall bewies, dass dieses heitere Spiel gefallen hatte.

Der 1. Vorsitzende Erwin Grobe stellte nach 25 Jahren SV Ribbesbüttel fest: Der SV hat sich gut bewährt. In allen Sparten herrscht reger Betrieb. Besonders im Fußball ist eine Aufwärtsentwicklung zu verzeichnen. Er dankte allen, besonders denen, die umsichtig genug waren, den SV Ribbesbüttel nicht untergehen zu lassen.